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„Olga die Wilde“ mit heißem letzten Auftritt

Von unserer Mitarbeiterin Gisela Jahn

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Neulussheim. Die strahlende Sonne am Kerwesonntag hatte sich wohl verausgabt: Der Himmel am Montagmorgen war grau in grau und ließ das (Kerwe)-Herz sowie die Stimmung sinken. Der Ehrenvorsitzende des Neulußheimer Heimatvereins, Walter Saam, hatte tags zuvor in Frack und Zylinder bei herrlichstem Wetter den Leierkasten unermüdlich gekurbelt.

Beim Besuch der Senioren des Hauses Edelberg, die traditionsgemäß an Kerwe auf dem Messplatz vom Heimatverein zu Kaffee und Kuchen eingeladen werden, konnte die Orgel aufgrund der Witterung nur kurzzeitig spielen. Die nostalgische Stimmung ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Den Senioren gefiel es und sie spendeten für die alten Leierkastenlieder herzlichen Beifall.

Nostalgiegefühle werden wach

Schon zehn Jahre lang kommen die Bewohner des Seniorenzentrums in großen Gruppen mit den ehrenamtlichen Helfern um Angela Schönig zur Kerwe. „Wir wollten den alten Menschen die Möglichkeit geben, sich vor Ort etwas an ihre Kinder- und Jugendzeit zu erinnern. Gesundheitliche Gründe lassen mich dieses Ehrenamt nun in die Hände von Juliane Müller und Ruth Kyburz legen, die das ganz hervorragend machen. Ich trete ins zweite Glied zurück“, verabschiedete sich die ehemalige Gemeinderätin. Brigitte Koch-Brömmer bedankte sich mit guten Wünschen bei ihr für das überreichte Kuvert.

Trauer um schöne Schlumpel

Nebenan flogen die Luftballons mit anhängenden Adresskarten vom Stand des Heimatvereins für einen sozialen Zweck, der dieses Jahr „Kopfball.de“ heißt, in Richtung Nordost. Die Preisverleihung Anfang Dezember wird zeigen, welcher der bunten Gesellen die weiteste Strecke zurückgelegt hat.

Der „Kerwe-Spätschoppen“ vor dem Stand des Heimatvereins ist in-zwischen Tradition, denn Groß und Klein warten dann auf die Verbrennung der Kerweschlumpel, die in diesem Jahr auf den Namen „Olga die Wilde“ getauft wurde. Der Musikverein Harmonie geleitete mit Vertretern der „Point“-Jugend die Kerweschönheit mit einem getragenen „Laetitia“ zu ihrem letzten Auftritt. Die Freiwillige Feuerwehr sorgte wieder für die Sicherheit und Sigrid Göbelt hielt die Grabrede, in der sie das „viel zu kurze Leben“ der Kerwebraut bedauerte. „Aber wir freuen uns heute schon auf die Kerwe 2015“, schaute sie positiv voraus. Die brennenden Fackeln sorgten für den letzten Auftritt der Schlumpel, und die Musiker unter der Leitung Karl Sturm sen. spielten den „Andachtsjodler“ so traurig, dass es dem kleinen Moritz die Tränen in die Augen trieb: „Die schöne Schlumpel“ heulte er. Mama Mäggie Scheckeler tröstete ihn damit, dass es im nächsten Jahr eine neue Kerweschlumpel geben wird.

© Schwetzinger Zeitung, Mittwoch, 22.10.2014

 

Beim „Klopapier-Wickeln“ entstehen Mumien im Nu

Von unserer Mitarbeiterin Gwendolyn Rausch

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Neulussheim. Mit dem Klassiker „1,2,3 im Sauseschritt“ startete am Samstag der Kinderfasching des Kinder- und Jugendtreffs „Point“ in der Hardthalle. „Seit einer Woche gibt es bei uns daheim kein anderes Thema mehr“, lachte Tanja Ballreich, die wie in den vergangenen drei Jahren wieder mit ihrem Kind dabei war.

Schon kurz nach dem Einlass tanzten die kleinen Cowboys, Prinzessinnen und Tiere ausgelassen vor der Bühne herum und warteten darauf, dass Mäggie Scheckeler, die Leiterin des „Point“, das Programm eröffnete. Mit den ersten Tanzspielen ging es endlich los und auch die erste Polonaise auf das beliebte Puppenkiste-Lied „Eine Insel mit zwei Bergen“ ließ nicht lange auf sich warten. Zur Freude aller tanzten nicht nur die Kleinen, sondern auch die Eltern und großen Geschwister fröhlich mit.

„Alle packen mit an“

Moderatorin Mäggie musste nicht allein für Stimmung sorgen: Im Hintergrund und auf der Bühne unterstützten sie neben den Vorstandsmitgliedern des Vereins für kommunale Kinder- und Jugendarbeit (VKKJ) und den Mitarbeitern des „Point“ rund ein Dutzend Jugendliche. „Die Jugendlichen arbeiten wieder super mit, alle packen mit an und helfen, was das Zeug hält“, freute sich der Vorsitzende des Trägervereins, Mathias Burger.

Während die jungen Narren vor der Bühne bei der Weltraumdisco, die sie durch einen lauten Raketenstart mit Trampeln und Klatschen eröffneten, ausgelassen tanzten, konnten sich die Eltern austauschen und ihren Kindern beim Toben zusehen. „Die Animation ist einfach genial und die Kinder haben sehr viel Spaß“, lobten Martina Rohleder und Kerstin Reiche-Kollmar. „Auch das Essen schmeckt lecker und ist nicht teuer“, fügten die zwei Mütter hinzu.

Wer eine kleine Verschnaufpause brauchte, konnte bei selbst gebackenem Kuchen, frischen Brezeln und Pommes frites neue Energie tanken und sich ein wenig ausruhen.

Der Höhepunkt der Veranstaltung war der Clown Mr. Graham. Mit Balljonglage, Diabolospiel und ein bisschen Zauberei begeisterte er die Kinder, die bei manchen Tricks auch mitmachen durften.

Nachdem sich Mr. Graham verabschiedet hatte, regnete es viele bunte Luftballons von der Tribüne und zu Nenas Hit „99 Luftballons“ wurde wieder gehüpft und gespielt. Der große Limbotanz durfte natürlich nicht fehlen.

Ein großes Highlight war das große „Klopapier-Wickeln“: Mit etlichen Rollen Klopapier durften die Kleinen die Jugendlichen des „Point“ zu Mumien machen, bis diese weder sehen noch gehen konnten. Mit viel Gelächter und Teamarbeit standen schnell einige weiße Säulen in der Halle und das Befreien aus dem Klopapiermantel war gar nicht so einfach.

Lob für große Disziplin der Gäste

Nicht nur für die Gäste war der Kinderfasching ein tolles Erlebnis. „Dieses Jahr haben die Kinder besonders gut mitgemacht, sind lange dabei geblieben und haben immer geduldig gewartet, bis jeder mal dran war“, stellte Diplom-Sozialpädagogin Mäggie Scheckeler positiv überrascht fest.

Der „Point“ und der VKKJ freuten sich sehr über die große Resonanz und die tolle Stimmung und dankten den Kuchenspendern und Helfern. So ging der ereignisreiche Nachmittag schnell vorüber und die kleinen Faschingsfans folgten am frühen Abend ihren Eltern erschöpft und glücklich nach Hause.

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 25.02.2014

 

„Der Point hat sich um 180 Grad gedreht“

Von unserer Mitarbeiterin Katharina Knop

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NEULUSSHEIM. Im Jugendtreff „Point“ kann seit Kurzem die Musik so richtig aufgedreht werden. Die neue Musikanlage macht es möglich: neues Mischpult, Endstufe und Boxen, die die zwölf Jahre alten Vorgänger ablösen. Die Gelder für die Anlage stammen zum einen aus Spenden und einem eigenen Beitrag.

Doch auch die Jugendlichen haben durch Aktionen beim Kinderfasching und dem Weihnachtsmarkt verdient und somit zur Finanzierung beigetragen. Denn diese werden bei der Gestaltung ihres Jugendtreffs einbezogen, sei es beim Planen oder beim Streichen der Wände (wir berichteten). Mit der neuen Anlage ist das Projekt „Umgestaltung“ nun erst einmal abgeschlossen.

Zentrale Rolle für Jugendarbeit

„Jugendlichen ist es wichtig, sich von anderen Generationen abzugrenzen“, erklärt Magdalena „Mäggie“ Scheckeler. Früher habe sich dies noch über Mode geäußert. „Wenn Sie sich aber heute zwei Frauen von hinten anschauen, sind Sie oftmals überrascht, wenn Sie von vorne feststellen, dass es sich um Mutter und Tochter handelt“, macht die Leiterin des Jugendtreffs auf ein Phänomen der heutigen Zeit aufmerksam.

Was bleibt, um anders zu sein, ist die Musik. Einfach pures Lebensgefühl. Deswegen läuft sie im Jugendtreff immer, manchmal auch lauter. „Für die Jugendarbeit spielt Musik eine zentrale Rolle“, betont Scheckeler. „Wenn die Musik nicht stimmt, dann kommen die Leute nicht“, bringt es Antonino Rindone auf den Punkt. Der 26-Jährige ist mit zwölf Jahren erstmals in den Jugendtreff gekommen. „Das war praktisch mein zweites Zuhause, hier bin ich aufgewachsen“, erinnert er sich gerne an die Zeit. „Und wenn die Musik genau richtig ist, dann räumen wir schon mal die Fläche frei und Nino tanzt in der Mitte“, sagt Scheckeler lachend zu dem Streetdancer.

Von Rap bis zur Schnulze

Musik verbindet. Im „Point“ können die Jugendlichen ihre Musik mit Freunden hören. Auch mal Aufdrehen gehört dazu, ohne dass die Eltern gleich erbost an die Zimmertüre hämmern. Doch wer jetzt denkt, „Hauptsache laut“, der liegt falsch. Die Musik ist auf Zimmerlautstärke, kleine Unterhaltungen sind überall in Gang.

Aber wie kann das funktionieren mit so vielen Jugendlichen, die alle unterschiedliche Geschmäcker haben? Jeder Besucher darf an der Theke einen Musikwechsel anmelden. Dabei gilt die ungeschriebene Regel: Jeder Titel wird zu Ende gespielt und nicht mittendrin unterbrochen. Die Auswahl der Musik reicht von Rap und Dubstep (sehr basslastige, elektronische Tanzmusik) über Rock bis hin zu Schnulzen. „Hin und wieder spiele
ich auch mal meine Musik, aber dann kommt meistens gleich Protest: ‚Nein, Mäggie, bitte nicht!'“, erzählt Scheckeler.

Das Besondere an der neuen Anlage: Neben den CD-Kollektionen des Points können die Jugendlichen ihre Handys, Laptops oder USB-Sticks ganz einfach anschließen. So kann jeder mal seine Lieblingsmusik hören. Farid Bang, Faad, Summer Cem, Tyga and Kitty, KC Rebell – Künstler, die bei den Jugendlichen hoch im Kurs stehen. Seit der Renovierung hat sich einiges verändert.

„Der ,Point‘ hat sich um 180 Grad gedreht“, ist Fabian Leitz begeistert. Die neue Anlage findet der 16-jährige Neulußheimer „echt geil“, sein Freund Nico Manschke meint dazu nur „sehr nice“. Die beiden Jugendlichen sind jeden Tag hier und freuen sich über die Angebote des Treffs. Diese wurden gerade erweitert, jetzt ist der „Point“ auch jeden zweiten Samstag geöffnet. „Das war ein ausdrücklicher Wunsch der Jugendlichen“, erzählt Scheckeler. „Besonders den 13- bis 15-Jährigen war es ein Anliegen, da sie noch nicht mobil sind und es für sie am Wochenende schwierig ist, wegzukommen.“

Bis zu 40 Jugendliche pro Tag

Der Jugendtreff „Point“ ist meist gut besucht. „Es gibt Tage mit zehn bis fünfzehn Jugendlichen, an Tagen mit schlechtem Wetter können es aber auch schon bis zu vierzig werden“, beschreibt Scheckeler. Das ist schon seit längerer Zeit konstant. In den vergangenen Jahren hat sich allerdings geändert, woher die Besucher kommen. Seit der Einführung der Werkrealschule haben die Jugendlichen mehr Freundschaften über die
Grenzen der eigenen Gemeinde hinweg. „So kommt es, dass wir nicht nur Besucher aus Neulußheim haben, sondern auch aus Altlußheim, Reilingen und manchmal aus Hockenheim.“

„Ich habe einen tollen Job“

Im Sommer bietet der „Point“ Programmpunkte beim Ferienspaß. Kinder und Jugendliche werden Filzen, angesagte Loopschals herstellen und Gartendeko basteln. Der Höhepunkt wird eine Woche Zirkusschule sein. „Das haben wir letztes Jahr schon einmal gemacht, mit großem Erfolg. Innerhalb einer Woche lernten die Kinder zum Beispiel Einradfahren“, erzählt Scheckeler.

Die Arbeit im „Point“ lohnt sich – sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Jugendlichen. „Ich habe einen tollen Job“, ist Scheckeler überzeugt. „Die Jugendlichen sind mal spannend, mal nervtötend. Aber selbst die größten Chaoten haben im Erwachsenenalter etwas aus sich gemacht.“ Die Honorarkraft Ellie Rambow (20) schätzt an ihrer Arbeit, dass man nicht nur einfach als Aufsichtsperson da ist, sondern mit den Jugendlichen agiert, mal
bei einer Wasserschlacht mitmacht, aber auch bei Fragen um die Liebe und bei Problemen mit den Eltern um Rat gefragt wird. Und die Jugendlichen? Die kommen „wegen der Atmosphäre“ (Fabian), „weil man sich hier entspannen kann“ (Can) und „weil man mit den Freunden zusammen ist“ (Nico).

© Hockenheimer Tageszeitung, Donnerstag, 27.06.2013

 

Gute Laune bei Polonaise und Stierkampf

Von unserer Mitarbeiterin Katharina Horn

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Neulussheim. „Was gehört zu Fasching?“, fragt Jugendtreffleiterin Maggie Scheckerle die gut 120 verkleideten Kinder, als diese in einem Kreis um sie herum sitzen. „Verkleiden“, ruft ein kleiner Feuerwehrmann. „Ja und eine Polonaise“, sagt Scheckeler. „Eine Polonaise? Was ist das?“, wollen die neugierigen Kinder wissen. Ehe die Jugendtreffleiterin antworten kann, legt ein kleiner Schmetterling die Hände auf Maggie Scheckerle Schultern und eine kleine Schlange bewegt sich langsam zum Dreivierteltakt fort. Schnell haken sich mehrere rot-schwarz kostümierte Käfer, eine paar kleine Prinzessinnen mit Krönchen, junge Polizisten, niedliche Katzen und einige Teufelchen in die Kinderschlange ein und marschieren mal schneller, mal langsamer, aber stets die Hände auf der Schulter des Vordermanns, durch den Saal. „Ganz schön schwierig, Schritt zu halten, aber es macht Spaß“, stellt die siebenjährige Leonie fest und findet Gefallen am Laufen in der Schlange.

Kindgerechtes Konzept

Bereits seit 2005 veranstaltet der Jugendtreff „Point“ jährlich eine Kinderfaschingsveranstaltung. Das Besondere dabei: 15 Jugendlichen vom „Point“ helfen bei der Vorbereitung und Durchführung des Programms mit. „Das macht den Jugendlichen nicht nur Spaß, sondern sie wissen genau, dass der Erlös abzüglich der Unkosten, dann dem ,Point‘ zugutekommt. Und das motiviert zusätzlich“, weiß Mäggie Scheckeler. Zudem machen die Kleinen einfach besser mit, wenn die Jugendlichen mitspielen.

Dieses Konzept kommt auch bei den Eltern an. Während die rund 120 Kinder mit Mäggie Scheckeler spielen, nutzen diese die Zeit, um sich an den Tischen und Bänken zu unterhalten und das bunte Treiben vor der Bühne bei einem Muffin oder Berliner zu beobachten. „Ich finde es toll, dass bei dieser Veranstaltung die Kinder im Mittelpunkt stehen und auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird“, sagt Tanja Fluhrer, die aus Altlußheim den Weg in die Hardthalle gefunden hat.

„Die Idee, die Veranstaltung mit Jugendlichen für die Kleinen zu gestalten, ist klasse“, sagt Ines Stein aus Neulußheim. Und was sagten die Kinder selbst? Die haben sichtlich Spaß und flitzen bei den kindgerechten Spielen wie dem Reihentanz oder der Sternendisco zu Kinderliedern in der Halle umher.

Ferdinand verzaubert Kinder

Es ist ganz still geworden. Ruhig sitzen die Kinder auf den Stühlen vor der Bühne und blicken gebannt auf den kleinen Baumstupf, der auf dieser steht. Schnell verfolgen sie, wie der junge Stier Ferdinand es genießt, auf seiner Korkeiche an den Blumen zu schnuppern und mit der summenden Wespe zu spielen. Doch mit dieser Ruhe hat es ein Ende, als sich der Stier aus Versehen auf die Wespe setzt und diese ihn sticht.

Während die Kinder vor Lachen prusten, wechseln die zwei Schauspieler des Kindertheater „Theaterta“ aus Ettlingen bei ihrer kindgerechten Aufführung mit wenig Requisiten, kurzen Textsequenzen und vielen Interaktionen die Rollen und treten als Stierkämpfer aus Madrid auf, die Ferdinando fangen und mit zu einem Stierkampf in die Hauptstadt nehmen. Natürlich gewinnt Ferdinand den Wettkampf auf seine Art und beeindruckt damit nicht nur die kleinen Narren.

„Wirklich super“, freut sich Ines Stein und auch ihre Tochter Marie (5) ist begeistert. Aber andererseits ist sie nach gut 45 Minuten still sitzen auch froh, sich endlich wieder gemeinsam mit den anderen Kindern und der „Point“-Leiterin Scheckeler und ihrem Team beim Spielen austoben können.

© Hockenheimer Tageszeitung, Montag, 04.02.2013

 

Ballons fliegen für guten Zweck

Von unserer Mitarbeiterin Gisela Jahn

Neulussheim. Die Vorsitzende des Heimatvereins, Brigitte Koch-Brömmer, und Hanspeter Rausch hießen 41 Teilnehmer des Luftballonwettbewerbes mit ihren Eltern und Angehörigen zur Preisverleihung willkommen. Im Clubhaus des SC Olympia war ein buntes Treiben wie vor ein paar Wochen auf dem Kerweplatz. Der „Altersbogen“ spannte sich von einem bis zu 64 Jahren.

Der Wind hatte in diesem Jahr zur Kerwe keine große Lust, seine Backen aufzublasen. Schon nach 2,4 Flugkilometern hatte sich der Ballon von Robin am Rhein bei Altlußheim niedergelassen. Die am Kerwesonntag aufgestiegenen bunten Gesellen flogen in Richtung Sinsheim, während die Montagsballons sich nach Westen und sogar über die Grenze nach Frankreich bewegten. Fundorte waren Kirschbäume, Pferdekoppeln und Äcker, von wo nette Finder die anhängenden Karten an den Heimatverein zurückschickten.

Siegerkarte aus Frankreich

Der Ballon von Alexander Horsch legte 59,5 Kilometer zurück und landete im Wald bei Wingen in Frankreich. Er belegte damit Platz drei. Fiona Klings Luftballon schaffte 64,1 Kilometer und wurde in Schönau im Saarland gefunden. Damit war ihr der zweite Platz sicher. Die Spannung stieg: Wer landet auf Platz 1? Nico Kief aus Hockenheim verbuchte den Sieg. Sein Ballon flog mehr als 78 Kilometer nach Philippsbourg-Lieschbach in Frankreich. Die drei Erstplatzierten bekamen schöne Geschenke, wertvolle Gutscheine und einen frisch gebackenen Hefe-Nikolaus. Alle 41 Kinder erhielten neben ihren Geschenken dieses duftende weihnachtliche Hefegebäck. Auch die anderen Mädchen und Buben durften sich über einen Hefe-Nikolaus freuen.

Keine Kopfschmerzen mehr

„Wie jedes Jahr übergeben wir den erzielten Gewinn einer sozialen Einrichtung für Jugendliche in Neulußheim“, begrüßte Hanspeter Rausch Mäggie Scheckeler und Alexander Mansel vom Kinder- und Jugendtreff „Point“. 300 Euro durften die beiden für neue Musikboxen entgegennehmen. „Musik ist für unsere Kinder und Jugendlichen eine zentrale Sache. Die alten Boxen sind kaputt und verursachten Kopfschmerzen. Dank der Luftballon-Aktion können wir jetzt neue anschaffen“, freute sich Mäggie Scheckeler. Ein Dank für die Unterstützung ging an die Adresse der beiden Neulußheimer Geldinstitute.

© Hockenheimer Tageszeitung, Samstag, 08.12.2012

 

Neue Erscheinung: „gemütlich und cool“

Von unserem Redaktionsmitglied Matthias Mühleisen

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Neulussheim. Entdeckungen kann man beim Neulußheimer Weihnachtsmarkt immer machen. Eine davon ist am kommenden Samstag mit etwas Tiefgang verbunden: Die Besucher des adventlichen Treibens sind eingeladen, die neu gestalteten Räume des Kinder- und Jugendtreffs „Point“ im Keller des Alten Schulhauses zu entdecken. Leiterin Mäggie Scheckeler und die „Point“-Jugendlichen freuen sich darauf, neben ihren beliebten Waffeln auch den neuen „Look“ ihres Domizils zu präsentieren.

„Wir verzichten diesmal ganz gezielt darauf, zum Weihnachtsmarkt eine Ausstellung oder ein Fotorätsel anzubieten. Wir möchten zeigen, was wir mit den Mitteln gemacht haben, die uns anvertraut wurden“, erklärt Mäggie Scheckeler. Denn es habe sich einiges getan in den vergangenen Wochen.

Einladender Eingangsbereich

Das ist schon beim ersten Schritt Richtung „Point“ sichtbar: Der Flur nach unten leuchtet jetzt in freundlichem Quittengelb statt des knalligen Rots. „Die Leute, die lange nicht hier waren, sagen, das sehe offener und einladender aus“, berichtet die Leiterin. Die Aufhellung habe sich an die Neugestaltung des Medienraums (wir berichteten) angeschlossen – wir haben den Elan übertragen, es ging relativ schnell“, erinnert sich Mäggie Scheckeler.

Nach einer Renovierungspause im September – mit der Schule begann auch wieder die Hausaufgabenbetreuung und „Point“ bekam einen neuen Praktikanten – ging es im Oktober im Café weiter mit der Umsetzung der bei einem „Ideensprint“ im September gemeinsam gefassten Beschlüsse.

„Ein Wunsch war: Es soll ruhiger und ordentlicher aussehen“, berichtet die „Point“-Leiterin. Also sei beraten worden, was bleiben muss und was weg soll. Die mit Spielen prallvollen Regale wurden ausgedünnt, die selbst gebastelten Regale verschwanden. Die etwas zu kleine Theke mit wenig Stauraum wurde ersetzt durch ein großzügiges, „schon eher edles“ Modell.

Jahresurlaub für Treff geopfert

Das geht vor allem aufs Konto von Matthias Burger, Vorsitzender des Trägers Verein für kommunale Kinder und Jugendarbeit, der seinen „Jahresurlaub dem Treff geopfert“ habe, indem er neben dem Thekenbau auch einen Mauerdurchbruch zum Medienraum schuf und Löcher stopfte. In die Theke passt auch die neue Anlage.

Rund 5000 Euro flossen in die Verschönerung des „Point“, der nach Wunsch seiner jungen Besucher „gemütlich und cool“ aussehen soll. Die Coolness wurde über die Farben hereingeholt, gemütlich sollen es die Beleuchtung und die Möbel machen, sagt Mäggie Scheckeler. Die neuen Sofas sind bestellt, werden aber wohl bis Samstag nicht eintreffen.

Eine Kerngruppe von 15 Jugendlichen war an allen Phasen der Renovierung beteiligt – selbst bei unbeliebten Arbeiten wie Putzen und Farbrollen auswaschen. Dazu kamen Gelegenheitshelfer. Ab Januar sollen die aufgefrischten Räume auch mit neuen Inhalten gefüllt werden – etwa mit Themenpartys.

© Hockenheimer Tageszeitung, Donnerstag, 29.11.2012

 

Kleidung mit ganz eigener Note

Jugendtreff „Point“: Kinder zeigen, wie aus langweiligen weißen T-Shirts Kunststücke entstehen

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NEULUSSHEIM. Am großen Basteltisch in der Küche des Kinder- und Jugendtreffs „Point“ sitzen zehn Kinder und warten darauf, dass es endlich losgehen kann. Sie sind schon die zweite Gruppe an diesem Tag, die im „Point“ die Färbekunst des Batikens lernen kann. Und nicht nur in diesem Sommer ist der Andrang groß, auch in den vergangenen Jahren war das Batiken immer eines der beliebtesten Projekte. „Seit fünfzehn Jahren wird hier jedes Jahr gebatikt“, erzählt Mäggie Scheckeler, die Leiterin des Jugendtreffs. Mit Schnur werden einzelne Partien abgebunden, wodurch später Kreise entstehen, und auch einfache Wäscheklammern verleihen den T-Shirts ganz besondere Muster.

In diesem Jahr gibt es auch in Sachen Technik eine Neuerung. Eines der Mädchen, Carlota, hat ein Bastelheft dabei, in dem auch eine neue Batikmethode vorgestellt wird. Nun werden im „Point“ auch Flaschendeckel mit etwas Schnur in den Stoff eingebunden, was ganz neue Effekte entstehen lässt. Doch bevor es an die T-Shirts geht, bekommt jedes Kind erst einmal ein Probestück Stoff zum üben. Nachdem die Probestücke das Farbbad wieder verlassen haben und ausgewaschen sind, geht es ans Eingemachte. Zuerst werden die T-Shirts in allen Variationen vorbereitet und müssen dann für eine Weile in der Farbe ziehen. Diese Zeit wird natürlich sinnvoll genutzt, denn der „Point“ bietet nicht nur die Möglichkeit zu basteln, sondern auch zu spielen. Nach einer halben Stunde müssen die Shirts dann in die zweite Farbe, die ihnen den endgültigen Schliff verleiht. Bei der Ausgabe der T-Shirts herrscht dann reges Treiben. „Das ist meins!“, rufen die Kinder kreuz und quer in die Menge, aber zum Schluss bekommt jedes Kind sein eigenes Kunstwerk.

© Hockenheimer Tageszeitung, Donnerstag, 23.08.2012

 

Neuer Medienraum erstrahlt in Hellblau

Von unserem Redaktionsmitglied Hanna Weber

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Neulussheim. Im „Point“ herrscht derzeit Ausnahmezustand. Nicht nur, weil das Ferienprogramm ansteht – die Jugendlichen sind dabei, ihren Treff grundlegend zu renovieren.

„Mit dem Thema Sperrmüll haben wir angefangen“, erzählt „Point“-Leiterin Mäggie Scheckeler. Da habe sich dann aber herausgestellt, dass es schwierig ist für die Jugendlichen, sich von Vertrautem zu trennen. „Als wir dann aber darüber gesprochen haben, was gemacht werden soll, ging es besser.“ Vier Kubikmeter Sperrmüll, vier Kubikmeter Altholz – so viel kam letztlich zusammen. „Und das war erst die erste Runde.“

Mit dem Vorstandsvorsitzenden des Trägervereins, Mathias Burger, und weiteren jungen Erwachsenen aus dem Vorstand habe sie dann die neue Grundstruktur entwickelt. „Es hat sich herausgestellt, dass ein reines Café in der jetzigen Größe nicht mehr den Bedürfnissen der Jugendlichen entspricht. Es war dann klar, dass wir mehr Plätze an den PCs brauchen“, erklärt Scheckeler. Aus dem Zimmer, in dem bisher der Billardtisch stand, wird jetzt also ein Medienraum – mit vier neuen Computern und einer Spielekonsole. Für die Benutzung der Konsole gebe es klare Regeln wie eine zeitliche Begrenzung, erläutert die Leiterin des Treffs.

Nichts Gebrauchtes

Die vier PCs haben die Jugendlichen mit ihren Aktionen zum Kinderfasching und beim Sommertagszug selbst finanziert. 1000 Euro seien dabei herausgekommen, so Scheckeler. Der neue Medienraum erstrahlt jetzt in hellem Blau. Für die Wand, an der später die Spielekonsole steht, haben die Jugendlichen ein kräftiges Dunkelblau gewählt. Noch bevor Pinsel und Farbrolle zum Einsatz kamen, hatte Bernd Brenner, Hausmeister an der Lußhardtschule, zahlreiche Steckdosen installiert. „Damit wir die Jugendlichen im Medienraum von der Theke im Café aus sehen können, haben wir die Wand an der Stelle eingerissen, wo früher eine Tür war“, erzählt Scheckeler. Komplett ist der Raum aber erst, wenn auch die Sitzecke eingerichtet ist. Ganz neue Sitzsäcke soll es geben, so Scheckeler. „Dafür und für andere Bereiche müssen wir dann aber an die Reserven des Vereins gehen. Aber die Jugendlichen freuen sich darauf, einen Raum zu haben, in dem nichts Gebrauchtes ist.“

„Heilfroh“ ist Alexander Mansel, dass der Treff jetzt renoviert wird. „Dann werden es unsere Räume.“ Der 18-Jährige kommt seit 2008 regelmäßig zum „Point“, inzwischen ist er auch Mitglied im Trägerverein. „Später“, erzählt er, „will ich auch mal mit Jugendlichen arbeiten.“ Am meisten freut er sich auf den neuen Medienraum – genau wie Cengiz Cimen: „Da kann ich dann in der Sitzecke mit den anderen Karten oder an der Spielekonsole spielen“, hat der 14-Jährige schon genau Vorstellungen. „Wenn wir renoviert haben, kommen bestimmt mehr Leute.“

Quittengelb im Eingangsbereich

Erst im Herbst kommen die Wände des bisherigen Cafés dran. Welchen Anstrich der größte Raum im Treff bekommt, ist noch offen. Die Regale haben die Jugendlichen schon mal ausgeräumt, jetzt sind die Spiele sortiert. Und eine neue Sitzecke wünschen sich die Jugendlichen. Mittelfristig soll die 15 Jahre alte Theke erneuert werden. Außerdem werden die Glasbausteine – voraussichtlich im kommenden Jahr – durch Fenster ersetzt, damit es sich künftig richtig durchlüften lässt. Noch vor Schulstart geht’s an den Eingangsbereich. „Ein sattes Quittengelb“ soll es werden, verrät die Jugendtreff-Leiterin.

Für Anfang September ist angedacht, Neulußheims Schüler ins „Point“ einzuladen, damit sich die Jugendlichen vom neuen Treff ein Bild machen und eigene Wünsche äußern können.

© Hockenheimer Tageszeitung, Freitag, 10.08.2012

 

Trägerverein aus Taufe gehoben.
Kommunale Jugendarbeit wird jetzt vom Verein organisiert

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Bürgermeister Gerhard Greiner (links) erläuterte bei der Gründungsversammlung Strukturen und Ziele des Trägervereins. SZ-Foto: seh

Ein Trägerverein organisiert und koordiniert zukünftig in Neulußheim die offene Kinder- und Jugendarbeit. Bei der konstituierenden Sitzung am Samstag abend im „Haus der Feuerwehr“ wurden neben Gerhard Greiner, der als Bürgermeister kraft Amtes dem Vorstand angehört, Alexandra Geiß (Juso-AG), Dieter Rösch (BUND), Monika Schroth-Pollmann und Anni Greulich in dieses Gremium gewählt. Dem geschäftsführenden Ausschuß gehören Regine Rohnacker (Frauen-Union), Jan Kritzer (Juso-AG), Gisela Hoffmann (SPD), Jutta Roth, Walburga Schäfer und Uwe Spatz an.

Dem Verein sind bei der Gründungsversammlung 41 Personen sowie elf Vereine und Verbände beigetreten. Zu Beginn der Sitzung erläuterte Bürgermeister Gerhard Greiner zunächst die Beweggrunde für die Gründung des Vereins sowie dessen Struktur. Von oben verordnete Jugendarbeit funktioniere nicht, so Greiner. Außerdem könnten so die Ansätze in Sachen Jugendarbeit, die in den Vereinen bereits vorhanden seien, koordiniert werden. Die Gründung erfolge jetzt, da auch die Jugendbegegnungsstätte in der Alten Schule soweit fertig sei. (Über die einzelnen Zielinhalte haben wir bereits ausführlich berichtet.)

Der Verein solle dabei als gemeinnützig und als Träger der Jugendhilfe anerkannt werden. Vom Verein getragen wird ein Kinder- und Jugendbüro, das hauptamtlich besetzt wird und bei dem alle Fäden zusammenlaufen.

Gremien des Vereins lind die Mitgliederversammlung, die unter anderem den Vorstand und deA geschäftsführenden Ausschuß wählt, der Vorstand dem die Leitung des Vereins obliegt, und der geschäftsführende Ausschuß. Dieser ist neben anderem mit der Vorbereitung und Durchführung von Projekten betraut. Das Kinder- und Jugendbüro als weiteres Organ setzt die Rahmen-Ziel-Konzeption um und plant beispielsweise sozialpädagogische Projekte und Aufgaben.

Zur Jugendbegegnungsstätte um- und ausgebaut wird derzeit noch das Untergeschoß der Alten Schule, Bau B. Dort stehen den Jugendlichen rund 200 Quadratmeter zur Verfügung. Die Gemeinde habe bereits 140000 Mark in den Umbau gesteckt, erläuterte Greiner am Samstag. Ein großer Jugendraum sei weitestgehend fertig, ein weiterer müsse noch gestaltet werden. Wenn die Wand- und Deckengestaltung abgeschlossen sei, würden noch Bodenbeläge verlegt. Diese Decken- und Wandgestaltung sei mit die erste Aufgabe des Vereins und auch der Jugendlichen. Im Untergeschoß der Alten Schule wird auch das Kinder- und Jugendbüro untergebracht sein.

Dem Vorstand des „Vereins für kommunale Kinder- und Jugendarbeit Neulußheim e. V.“ gehören neben dem Bürgermeister vier Mitglieder an, von denen zwei aus den Reihen der Organmitglieder, also Vereinen, Institutionen und Parteien, zwei aus dem Kreis der Einzelpersonen gewählt werden. Ebenso aufgeteilt ist der geschäftsführende Ausschuß, dem jeweils drei Mitglieder aus beiden Gruppen angehören.

Als Mitgliedsbeiträge wurden für Erwachsene vier Mark, für Jugendliche und nicht-erwerbstätige Erwachsene zwei Mark, für Vereine und Jugendgruppen fünf Mark sowie für Körperschaften, Verbände und Parteien acht Mark im Monat vorgeschlagen und übernommen.

Bei der geheimen Wahl der Vorstandsmitglieder aus dem Kreis der Organmitglieder setzten sich die Vorsitzende der Juso-AG, Alexandra Geiß, sowie Dieter Rösch, Vorsitzender des BUND Hockenheimer Rheinebene, gegen Uwe Spatz (CDU) und Sven Nitsche (FWV) durch. Bei der Wahl aus dem Kreis der natürlichen Personen erhielten Monika Schroth-Pollmann und Anni Greulich die erforderliche Mehrheit, Sven Nitsche unterlag. Die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses wurden per Akklamation gewählt, da jeweils nur drei Wahlvorschläge abgegeben worden waren. Greiner dankte zum Abschluß für das große Interesse der Bevölkerung – fast 70 Personen hatten den Weg ins „Haus der Feuerwehr“ gefunden – und auch für das große Interesse an der Mitarbeit im Verein. „Wir brauchen jede Frau und jeden Mann“, so Greiner, deshalb richtete er seine Bitte auch an diejenigen, die in der Wahl unterlegen waren, sich trotzdem mitzuengagieren.

nib

Schwetzinger Zeitung, Dienstag 13.01.1997

 

Trägerverein wird gegründet.
Neues Konzept für offene Kinder- und Jugendarbeit

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Die neue Jugendbegegnungsstätte wird in der Alten Schule untergebracht. SZ-Foto: len

Offene Kinder- und Jugendarbeit in Neulußheim wird zukünftig über einen Trägerverein organisiert. Dieser Verein für kommunale Kinder- und Jugendarbeit soll am Samstag, 11. Januar, um 18 Uhr im „Haus der Feuerwehr“ gegründet werden.

„Der Verein soll als Träger der Jugendhilfe offene Kinder- und Jugendarbeit in ideeller und materieller Hinsicht fördern und diese Arbeit ins kommunale Gemeinwesen integrieren“ umreißt Bürgermeister Gerhard Greiner die Aufgaben des neuen Vereins. Dabei sollten über den Betrieb von Einrichtungen und die Bereitstellung der finanziellen und personellen Voraussetzungen durch offene Kinder- und Jugendarbeit Möglichkeiten altersgerechter Begegnung und Bildung eröffnet werden.

Weil von oben verordnete Jugendarbeit ins Leere führe, so Greiner, solle die Trägerschaft auf eine breite Basis gestellt, möglichst viele Bürger eingebunden werden. Durch Schaffung eines Verbundsystems sollten Initiativen und Aktivitäten koordiniert und vernetzt werden. Dem diene auch die durch Satzung verantwortlich eingebundene Mitgliedschaft der mit Jugendarbeit befaßten Vereine und Institutionen in Neulußheim.

Der Trägerverein ist dabei Anlaufstelle für junge Menschen gedacht, die im Dialog mit den Kindern und Jugendlichen Projekte entwickelt und realisiert. Hilfe zur Selbstorganisation, Auf- und Ausbau von Jugendkulturarbeit, Freizeit und Ferienangeboten sowie die Schaffung der Voraussetzungen für den Betrieb einer offenen Jugendbegegnungstätte – das sind weitere Aufgaben des Vereins.

Satzungsgemäßes Mitglied im Vorstand des Vereins ist auch die Gemeinde. Damit werde die Verpflichtung und auch die Unterstützung der offenen Jugendarbeit dokumentiert. Einen materiellen Beitrag leiste die Gemeinde durch die Bereitstellung und Unterhaltung von Räumen sowie durch Zuschüsse, erläutert Gerhard Greiner das Vorhaben.

Die organisatorischen Fäden laufen dabei in dem vom Verein getragenen, hauptamtlich besetzten Kinder- und Jugendbüro zusammen. In seiner Arbeit wird es unterstützt von einem geschäftsführenden Ausschuß dem neben dem für die Jugendarbeit zuständigen Mitarbeiter der Gemeinde sechs von der Mitgliederversammlung zu wählende Personen angehören.

Zwischenzeitlich sind auch die Roharbeiten zum Ausbau der Jugendräume im Untergeschoß des Alten Schulhauses, Bau B, soweit abgeschlossen, daß die Neulußheimer Jugendlichen jetzt unter entsprechender Anleitung an den Ausbau der Räume gehen können. Mit dieser Aufgabe soll der Trägerverein betraut werden. Daher werden am kommenden Samstag in der konstituierenden Mitgliederversammlung die personellen Voraussetzungen dafür geschaffen. Zu der Versammlung sind Vertreter der ortsansässigen Vereine und Institutionen sowie alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen.

nib

Schwetzinger Zeitung, Dienstag 07.01.1997

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